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Bildungssystem: Das deutsche Schulsystem ist besser als der Ruf

Viele Menschen denken, dass das deutsche Bildungssystem ungerecht, unsozial und selektiv ist. Diese Eigenschaften werden durch Studien gestützt. Jedoch gibt es trotz der vielen Kritik viele Möglichkeiten eine Schulkarriere erfolgreich zu beenden und danach studieren zu gehen. Daher kann man behaupten, dass das Schulsystem in Deutschland besser als der Ruf ist.

Abschulung

Schüler und Schülerinnen, die „abgeschult“ werden, bekommen einen Verliererstatus. Sie werden aussortiert, weil sie keine guten Leistungen erbracht haben. Für diese jungen Menschen kann dies ein entscheidendes Urteil in ihrer zukünftigen Karriere sein. Sie bekommen durch dieses „Downgrading“ eine negative Rückmeldung und müssen sich damit abfinden, dass sie gescheitert sind und den gesellschaftlichen Aufstieg nicht mehr schaffen werden.

Junge Menschen trotzdem motivieren

Solche Signale sind kontraproduktiv und können junge Menschen natürlich nicht richtig motivieren. Allerdings heißt das nicht, dass man später nicht studieren kann. Das Bildungssystem ist durchlässig und besser als der Ruf. Man muss nur wissen welchen Pfad man bestreiten muss, um den gesellschaftlichen Aufstieg zu schaffen. Leider wissen betroffene Schüler gemäß abizeitung-druckstdu gar nicht welche Weiterbildungsmöglichkeiten sie haben. Schulen haben es sich leider zur Aufgabe gemacht diesen Menschen keine neuen Perspektiven aufzuzeigen. Eine junge Schülerin berichtet davon, dass sie es nach zwei Ehrenrunden auf dem Gymnasium nicht geschafft hat. Ihre Schule hatte sie auch nicht weitergeholfen. So musste sie die gymnasiale Oberstufe verlassen und besucht nun eine Berufsschule. Sie will aber trotzdem in zwei Jahren das Fachabitur machen und dann an einer FH studieren.

Neue Perspektiven in Erfahrung bringen

Einige Schüler und Schülerinnen haben es sich zum Glück zur Aufgabe gemacht im Internet zu recherchieren und Info-Abende an Berufsschulen zu besuchen. So ist das Gymnasium nicht immer die einzige Möglichkeit später erfolgreich zu werden. Manchen Schülern passt das Lernen an einer Berufsschule besser, weil es praxisorientierter ist. Weiterhin bieten einige Berufsschulen ein Fachabitur an. So kann man später immer noch an einer Hochschule studieren gehen.

Auch der Abschluss an einer Realschule muss nicht das Ende bedeuten. So behaupten viele Schüler, dass das deutsche Bildungssystem sehr differenziert und kompliziert ist, aber trotzdem durchlässig ist und sich Möglichkeiten des Abiturs und Fachabis im Nachhinein ergeben. Weiterhin können sogar berufstätige Menschen ihr Abi oder einen Hochschulabschluss auf dem zweiten Bildungsweg erreichen. Grundsätzlich ist es nie zu spät, egal wie alt man ist. Selbst nach einem Hauptschulabschluss kann man noch einen Realabschluss oder ein Abi schaffen. Man muss letztendlich nur über die unterschiedlichen Möglichkeiten Bescheid wissen.

Wie funktioniert der zweite Bildungsweg?

Unter der Bezeichnung Zweiter Bildungsweg laufen zahlreiche Angebote, die einen nachträglichen Erwerb von Bildungsabschlüssen wie Abitur ermöglichen. Von dieser Option sollten Menschen Gebrauch machen, die während ihrer beruflichen Tätigkeit sich durch das Abitur fortbilden wollen. So kann die betroffene Person den höchsten deutschen Schulabschluss an einer bestimmten Einrichtung nachträglich erwerben. Für den zweiten Bildungsweg ist charakteristisch, dass eine berufliche Vorbildung erforderlich ist. Weiterhin gibt es kein Höchstalter. Ein ganz besonderes Merkmal des zweiten Bildungswegs ist die erwachsengerechte Aufbereitung des Unterrichtsstoffes sowie die Unterrichtsvermittlung.

Das Abendgymnasium

Das Abendgymnasium stellt die bekannteste Einrichtung im zweiten Bildungsweg dar. Die Regelschulzeit beträgt 3 Jahre. Weiterhin gibt es für Bewerber, die keinen mittleren Schulabschluss haben, einen Vorkurs. Dieser läuft sechs Monate. Die Aufnahmevoraussetzung ist bei Eintritt in die Einführungsphase eine abgeschlossene Berufsausbildung. Alternativ reicht auch eine mindestens zweijährige Berufstätigkeit.

Abitur online machen
In einigen Bundesländern hat man die Möglichkeit das Abitur an einem Abendgymnasium zu erwerben. Diese Bildungsgänge werden als „blended-learning“ bezeichnet. Die Teilnehmer besuchen die Schule nur zur Hälfte. In der anderen Zeit machen sie Aufgaben zuhause oder bearbeiten die Aufgaben über eine Internet-Plattform, was als Selbstlernphase bezeichnet wird.

Kosten des Abiturs im Zweiten Bildungsweg

Die Teilnehmer müssen für Schulen, die sich in öffentlicher Trägerschaft befinden, kein Schulgeld zahlen. Dagegen fordern Schulen in privater Hand ein Lehrgeld. Jedoch muss man als Teilnehmer mit Kosten rechnen, die für An- und Abfahrt zur Schule, Lernmittel, Verpflegung, Kopien, Ausstattung, Nachhilfe, entstehen können.

Gibt es Förderungen?

Der Teilnehmer kann sich auf das Bafög stützen, sofern er das Abitur nachträglich machen möchte. Allerdings liegt die Altersgrenze im zweiten Bildungsweg bei 30 Jahren. Wer älter ist, der bekommt das BAföG nur in Ausnahmefällen. Darüber hinaus gibt es aber weitere Förderungsinstrumente der einzelnen Länder. Manchmal gewährt auch der Arbeitgeber eine Förderung.